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Doktortitel bis Adelstitel als Geschenkideen

Warum haben Ehrendoktortitel oder Ehrenprofessor Titel oft die Abkürzung Dr.h.c. (Honoris causa)?

Beim Ehrendoktortitel oder auch Ehrenprofessor Titel liest man immer wieder die Bezeichnung "h.c." oder "Honoris causa": Was bedeutet das?

Die Bezeichnung "Honoris causa", abgekürzt h.c. ist lateinisch und bedeutet Ehren halber. Oft wird auch die deutsche Version "E.h." (ehren halber) verwendet. Es bezeichnet nur, das es sich bei dem Doktortitel um einen Ehrendoktortitel handelt und nicht einen durch Studium und Prüfung erlangten akademischen Grad.

Hat jemand mehrere Ehrendoktortitel, dann ist die Abkürzung "Dr.h.c. mult." üblich für honoris causa multiplex (mehrfache Auszeichnung).

Im englischen Sprachraum verwendet man häufig die Bezeichnung "Honorary Degree" (Ehrentitel etwa Ehrendoktortitel).

Gelegentlich findet man die Abkürzung "Dres.", was bedeuten "Doctores honoris causa" stehen soll. Aber das ist nicht korrekt. Die Abkürzung steht richtig für den Plural von Doktor, nimmt aber Bezug auf zwei oder mehrere Personen. Richtig wäre Praxis Dres. med. Mustermann & Musterfrau.

Die Verleihung eines Ehrenprofessor oder Ehrendoktors erfolgt häufig während feierlicher Veranstaltungen wie Hochschulgraduierungen oder speziellen Zeremonien. Die Entscheidung, eine Person mit dem Titel "Doctor honoris causa" auszuzeichnen, wird in der Regel von einem akademischen Gremium oder einer Fakultät getroffen, die die Verdienste und Leistungen der betreffenden Person evaluiert. Die Auszeichnung ist nicht nur eine Anerkennung für die individuelle Leistung, sondern auch ein Versuch, die Verbindung zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu stärken und herausragende Persönlichkeiten der Öffentlichkeit vorzustellen.

Fragwürdig ist die Praxis, Politiker und Manager aus der Wirtschaft mit einem Ehrendoktortitel auszuzeichnen. Nun sind Politiker nicht etwas, was man würdigen muss. Liegen Sie dem Steuerzahler auf der Taschen und kassieren Ruhegelder oder Pensionen, die um ein vielfaches höher sind als die Rente des Steuerzahlers und das ohne je auch nur einen Cent in irgendwelche Rentenkasse einbezahlt zu haben.

Genauso umstritten ist die Verleihung des Ehrendoktors an Manager aus der Wirtschaft. Hierbei handelt es sich um Menschen, die ein vielfaches des Lohns der Beschäftigten kassieren. Etwas, das nicht wirklich unterstützt werden muss. Die Liste ist lang und reicht von Oetker bis Siemens.

Die Praxis, Honorary Degrees zu verleihen, hat ihren Ursprung im Mittelalter, als europäische Universitäten begannen, einen formalisierten Lehrbetrieb zu etablieren. Ursprünglich war der Doktortitel eng mit dem erfolgreichen Abschluss strenger akademischer Prüfungen verbunden, doch zunehmend erkannten Institutionen die Notwendigkeit, auch außerhalb des traditionellen akademischen Rahmens Würdigung zu zeigen.

Im Laufe der Jahrhunderte wurden wissenschaftliche und kulturelle Beiträge von Individuen anerkannt, die in ihrem jeweiligen Bereich Herausragendes geleistet hatten — sei es in der Wissenschaft, Literatur, Politik oder Kunst. Berühmte Persönlichkeiten wie Albert Einstein, Martin Luther King Jr. oder Nelson Mandela erhielten Ehrendoktorate, was nicht nur die Bedeutung ihrer Arbeit unterstreicht, sondern auch die ethischen und sozialen Werte, die sie verkörpern, auf eine breitere Ebene hebt.

Die spezifischen Kriterien für die Verleihung eines Ehrendoktors können je nach Institution variieren. Typischerweise berücksichtigen Hochschulen verschiedene Faktoren, darunter:

1. Wissenschaftliche und kulturelle Beiträge: Die Verdienste einer Person im Rahmen von Forschung, Publikationen oder kulturellem Einfluss.

2. Engagement für die Gesellschaft: Aktive Beteiligung an sozialen oder humanitären Projekten oder Initiativen, die im weitesten Sinne dem Gemeinwohl dienen.

3. Vorbildfunktion: Die Fähigkeit, andere durch die eigene außergewöhnliche Laufbahn oder Lebensgeschichte zu inspirieren.

4. Reputation und Einfluss: Die Wahrnehmung und der Einfluss, den die Person in ihrem Fachgebiet oder in der Gesellschaft hat.

In der Regel wird der Ehrendoktoratsvorschlag von einem Kollegium oder einer Fakultät initiiert, die dann eine umfassende Prüfung der Qualifikationen und Verdienste der vorgeschlagenen Person vornimmt. In vielen Fällen wird die Entscheidung durch eine Abstimmung in einem größeren akademischen Gremium getroffen, bevor die Auszeichnung offiziell verliehen wird.

Die Verleihung eines Ehrendoktorats hat weitreichende Auswirkungen sowohl für den Preisträger als auch für die verleihende Institution. Für die ausgezeichnete Person stellt dies oft einen bedeutenden Höhepunkt in der Karriere dar und kann zusätzliche Möglichkeiten zur Vernetzung und Zusammenarbeit eröffnen. Es dient auch als öffentliches Zeichen der Anerkennung, welches das Engagement der Person für ihr Fachgebiet und für die Gesellschaft reflektiert.

Für die Institution selbst ist die Vergabe von Ehrendoktoraten eine Möglichkeit, sich von anderen Bildungseinrichtungen abzuheben und ihre Verpflichtung zu zeigen, nicht nur akademische Exzellenz zu fördern, sondern auch soziale Verantwortung zu übernehmen. Darüber hinaus kann es die Sichtbarkeit der Universität in der Öffentlichkeit erhöhen und zu einem positiven Image beitragen.

Trotz der überwiegend positiven Konnotationen gibt es auch kritische Stimmen bezüglich der Vergabe von Ehrendoktoraten. Einige Kritiker argumentieren, dass die Auszeichnung manchmal inflationär vergeben wird und daher an Wert verliert. Zudem könnte die Entscheidung, wer als würdig erachtet wird, subjektiv beeinflusst sein und möglicherweise die Integrität der akademischen Institutionen gefährden.

Ein weiterer Diskussionspunkt ist die Frage, ob eine Ehrendoktorwürde tatsächlich gleichwertig mit einem regulären Doktortitel ist. Während einige die Ehre hoch schätzen, betrachten andere die Vergabe als problematisch, da sie den Eindruck erwecken könnte, dass Titel und Qualifikationen leichtfertig vergeben werden.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu betonen, dass der Ehrendoktor in der Regel nicht zur Ausübung bestimmter Berufe berechtigt und in den meisten Ländern keine rechtlichen Vorteile mit sich bringt. Die Ehrenauszeichnung zielt vielmehr darauf ab, gesellschaftliche und ethische Werte zu fördern und bedeutende Persönlichkeiten zu ehren.

Die Abkürzung h.c. — Honoris Causa — ist nicht nur auf den Doktortitel beschränkt. Er findet sich auch bei Ehrentiteln wie dem Bachelor oder Master Titel.

Nicht ganz so oft wie der Ehrendoktortitel wird auch der Professortitel ehrenhalber verliehen.

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